YouTube? Gottlebe.
YouTube? Gottlebe. Der Business-Podcast von Nell & Lisa Gottlebe.
Hier sprechen die beiden Gründerinnen offen und ehrlich über ihre Reise mit YouTube: Wie sie ohne eigenes Gesicht vor die Kamera zu treten Millionen von Views erreicht, mehrere erfolgreiche Kanäle aufgebaut und ein wachsendes Unternehmen geschaffen haben.
In jeder Folge teilen Nell & Lisa ihre Erfahrungen, Learnings und auch die Herausforderungen, die sie auf ihrem Weg gemeistert haben. Ungeschönt, direkt und immer mit einem klaren Blick darauf, was wirklich funktioniert.
Ob du selbst YouTube starten möchtest, dich für unternehmerisches Denken interessierst oder einfach spannende Einblicke in die Gottlebe-Story hören willst, dieser Podcast liefert dir Inspiration, echte Insights und das nötige Mindset.
YouTube? Gottlebe.
Wir wurden zu Wirtschaft TV eingeladen
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Wir wurden zu Wirtschaft TV eingeladen und hier kannst du den kompletten Beitrag / das Interview ansehen.
Die Nutzung von YouTube hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Neben klassischen Influencern entstehen professionelle Kanäle, die ohne sichtbare Personen auskommen und zunehmend wie digitale Vermögenswerte gehandelt werden. Welche Dynamiken, Chancen und Risiken diese Entwicklung prägen, darüber spreche ich heute mit Nell und Lisa Gottlebe. Willkommen beim Wirtschaft TV Talk. Frau Gottlebe, YouTube-Kanal als digitales Asset, das ist ja noch was relativ Neues, ungewöhnliches. Wieso wird das gerade immer stärker?
SPEAKER_02Ja, das ist einfach die Verlagerung der Aufmerksamkeit und des Nutzungsverhaltens der Menschen von Fernsehen weg hin zu sozialen Medien und ganz als Nummer eins YouTube, die als Plattform eine wahnsinnige Wachstumsrate hinlegen und interessanterweise auch ganz, ganz viele ältere Semestervereinen. Also das war etwas, was mir auch gar nicht bewusst war, bevor ich mich mit der Plattform beschäftigt habe, dass da 50, 60, 70 plus Zuschauerschaft immens stark ist und ganz, ganz großes Interesse, quasi eine Gier an diesen Inhalten besteht.
SPEAKER_03Ja. Ja, also das klassische Fernsehen, das nimmt immer eine immer kleinere Rolle ein. Das ist klar, YouTube ist da noch eine Riesensuchmaschine. Dazu kommt das. Aber es ist nur nicht jedermanns Sache, dass er sagt, okay, ich stelle mich vor die Kamera und moderiere hier meinen eigenen Kanal. Wie wichtig ist das, um erfolgreich zu sein?
SPEAKER_00Genau deswegen haben wir uns auch damals dafür entschieden, eben diesen YouTube-Channel zu starten, weil man eben nicht darin zu sehen ist, es komplett anonym läuft und man auch selbst nicht in die Videoproduktion involviert ist. Das heißt, das übernehmen eben auch andere für einen. Und dadurch ist man eben komplett anonym und man merkt sozusagen gar nicht, was da jetzt gerade im Hintergrund aufgebaut wird. Also kein, dein Nachbar sieht das nicht, dein Freund sieht das nicht, deine Unternehmerfreunde sehen das nicht. Also das läuft halt komplett im Hintergrund.
SPEAKER_03Okay, also das ist gar nicht so sehr, das vor die Kamera zu gehen oder sogar überhaupt nicht, sondern wirklich eher, dass das als Unternehmen zu führen dann oder als ein Unternehmensfeld.
SPEAKER_02Ja, also wir sind quasi Produzenten von kleinen Mini-Dokumentationen zu jedem Thema, was man sich vorstellen kann. Also alles, was Menschen interessiert oder auf YouTube viral ist, ist ein Thema, worüber wir unsere Channel machen können. Das kann von Geschichte, Politik, jegliche Sportart, Celebrities, Geografie, also alles, was man sich vorstellen kann, ist eben, darüber hat man die Möglichkeit, ein YouTube-Channel zu machen. Als Produzent quasi, man ist kein Influencer, aber man ist ein ganz großer Medienboss quasi, der ein ganz skalierbares Business aufbauen kann.
SPEAKER_03Und natürlich kann man denken, allmählich ist es ganz schön spät, auf YouTube noch einzusteigen. Also es gibt ja schon alles. Das ist so der Eindruck, den man hat. Und ich habe jetzt nicht mal die aktuellen Uploadzahlen im Kopf, aber es sind ja Millionen, glaube ich, am Tag, die dazukommen. Also unglaubliche Mengen. Also wie kann ich das denn schaffen, dann mit einem YouTube-Kanal tatsächlich noch Erfolg zu haben, obwohl es eine unglaubliche Konkurrenz gibt.
SPEAKER_02Ja, das ist eine Frage, die wir öfter bekommen und die unheimlich spannend ist, weil man sich beim Modell YouTube komplett von den klassischen Konkurrenzdenken oder von diesen Mustern verabschieden muss. Wir haben ja nicht diese Situation, also der Kunde hat ein Bedürfnis, der braucht einen Toaster und der kauft einen Toaster und dann war es das erstmal. Sondern wir haben hier ein Unterhaltungs-, ein Informationsmedium, das unendlich ist. Also eine Sättigung dieses Marktes oder zu viel Konkurrenz gibt es überhaupt nicht auf YouTube. Ganz im Gegenteil, wir bewegen uns bewusst in Nischen oder in Bereichen, wo ganz, ganz viel los ist, also Konkurrenz, weil dort diese Power, diese Masse der Leute, die schauen und die immer viel Zeit konsumieren auf YouTube, ist unvorstellbar und nicht deckelbar. Also eine Sättigung dieses Marktes ist nicht denkbar.
SPEAKER_00Vielleicht nochmal als Beispiel, kann man sich so vorstellen, man schaut sich jetzt ein Video an über den Zweiten Weltkrieg. So, dann habe ich mir jetzt eins angeschaut, aber dann bin ich ja jetzt noch nicht zufrieden. Also ich gucke mir ja gerne noch weitere darüber an, über was auch immer. Und so kann man sich das halt vorstellen. Also das ist halt, wenn man einmal anfängt, dann hört man halt nicht mehr auf. Man kennt ja auch, sage ich jetzt in Anführungsstrichen, diese Scroll-Kultur, in der man gar nicht mehr genau merkt, okay, was habe ich jetzt eigentlich die letzten zwei Stunden gemacht? Und ähnlich kann man sich das halt auch bei YouTube vorstellen. Das ist halt ein bisschen wie eine Sucht, die man halt positiv nutzen kann.
SPEAKER_03Das heißt, es ist so, dass eher die classisch gesehen Konkurrenz einem helfen kann, weil es gut möglich ist, dass ich von denen gerade was sehe. Und als nächstes bekomme ich dann was vorgeschlagen, was wiederum sonst gar nicht beworben worden wäre. Ja, okay. Also wie weit muss denn aber jemand ein Produzent sein oder Videoerfahrung oder so, der damit loslegen will? Also ich denke mal, viele wollen damit Geld verdienen, sagen, ja, klingt ja spannend, aber ist nicht meine Sache oder ich bin nicht so technikaffin oder was es auch ist oder ich bin kein Redakteur. Also eigentlich kennt man das alles so klassisch dahinter, ne? Ich brauche eine Redaktion, ich brauche die Produktion und so weiter.
SPEAKER_02Ist anders auf YouTube, als man denkt. Also Technik braucht man überhaupt nicht können, weil wir die ganzen zeitintensiven und technischen Sachen an Freelancer auslagern, die die Produktion für uns übernehmen. Wir sind wirklich der Kopf der Stratege, derjenige, der eben ja diese Plattform zu beherrschen weiß. Und wie beherrschen wir diese Plattform? Nicht indem wir viel recherchieren oder nicht indem wir super kreativ sind oder genau am Puls der Zeit, was ist jetzt gerade angesagt, sondern, und das ist das absolut Oberspannende bei YouTube, YouTube basiert komplett auf Mustern. Das heißt also, Viralität auf YouTube ist kein Zufall, sondern klar ablesbar an einfachen KPIs, die wir sehen können und eben für uns nutzen. Und das macht dieses Medium eben so unglaublich stark, weil es nicht schwierig ist zu bedienen. Aber wenn man verstanden hat, wie es funktioniert, ist es quasi wie eine Blaupause ist, die man ja komplett auf YouTube anwenden kann. Ob das jetzt gesichtslose Channel, anonyme Channels sind, wie wir das machen oder wie jetzt Mr. Beast, dieser bekannte YouTuber, der sein Gesicht zeigt, das macht. Also der nutzt die gleichen Muster, weil das universell auf YouTube eben anwendbar ist.
SPEAKER_03Okay, sehr spannend. Also das bemerken ja auch immer mehr Unternehmen, was die Werbebudgets angeht, dass sie dann rübergehen und sagen, wir schalten nicht mehr klassische Werbung oder Spots, sondern gehen auf YouTube. Wird das noch mehr zunehmen? Also gehen Sie davon aus, dass das mehr wird?
SPEAKER_02Wenn wir, also wenn wir die Steigerung jedes Jahr sehen, wie viel Werbebudget rüberfließt, ist da kein Ende in Sicht und YouTube ist auch die Plattform, die an die Creator das meiste ausschüttet, tatsächlich.
SPEAKER_03Das muss man dann vielleicht nochmal unterscheiden. Also das sind zwei Einkommensquellen, aber wenn ich das richtig verstehe, oder? Oder die möglich sind oder Monetarisierungsmöglichkeiten oder noch mehr. Also einmal natürlich, wenn Spots geschaltet werden, das kann YouTube, darüber kann YouTube Geld zahlen, aber es wird auch über ab bestimmten Klickzahlen gezahlt oder wie ist das System? Lässt sich das kurz zusammenfassen?
SPEAKER_00Ja, gerne. Also das, worüber man die meisten, oder was heißt die meisten kann man jetzt auch nicht so sagen, aber eine Haupteinkommensquelle sind halt die Werbeeinnahmen. Das heißt, Unternehmen gehen halt an YouTube ran und sagen, ich möchte gerne meine Werbung in deinen Videos platzieren. YouTube kümmert sich komplett darum, wie die platziert werden. Also das heißt, damit haben wir auch nichts zu tun. Und dann werden wir halt für die Klicks bezahlt. Und die Währung sind 1000 Views. Und der Durchschnitt ist so 5 Dollar pro 1000 Views. Jetzt gerade haben wir eine sehr, sehr interessante Zeit, also Q4, Weihnachten, da sind die Werbegelder verdoppelt, wenn nicht bis verdreifacht. Also jetzt gerade macht es sehr, sehr Spaß. Dann gibt es noch weitere Quellen, also zum Beispiel Branddeals nennt sich das. Das heißt, Firmen kommen auf uns zu und sagen, die sehen ja, dass wir Millionen Views haben auf unseren Videos und sagen, ich möchte gerne meine Produkte in deinen Videos platzieren. Und da kann man sich dann auch vorstellen, für eine Werbeeinblendung von 30 bis 90 Sekunden bekommen wir zwischen 2.000 bis 10.000 Dollar. Dann kommt natürlich noch hinzu Affiliate Marketing, dass du halt zum Beispiel irgendwelche anderen Produkte bewirbst in deinem Video, in der Videobeschreibung verlinkst. Habe ich noch was vergessen?
SPEAKER_03Was auch ganz transparent oft gesagt wird, dass jemand sagt, hier übrigens, ihr zahlt nicht mehr, wenn ihr den Link benutzt, dann kriege ich aber ein bisschen ab. Beispielsweise gibt es so, also dass keiner hat einen Nachteil davon, wenn er jetzt den Affiliate-Link...
SPEAKER_02Keiner hat einen Nachteil, nur dass wir es halt nicht sagen, weil wir ja nicht selber sprechen, aber das Prinzip ist das Gleiche. Und der dicke Batzen auch noch bei YouTube, und das ist, glaube ich, auch sehr, sehr interessant für Unternehmer oder war für uns ein wichtiger Punkt, ist, dass YouTube-Channel ein digitales Asset sind. Also YouTube-Channel werden gehandelt, also verkauft und gekauft, wie zu Preisen von Luxusimmobilien.
SPEAKER_03Das ist immer ein spannender Aspekt. Also es geht gar nicht nur darum, immer zu gucken. Werbeeinnahmen natürlich, das Unternehmen läuft, heißt das, sondern.
SPEAKER_02Also man hat dann eine nette Melange von einem passiven, stetigen Income und man kann sich entscheiden, also Assets auch groß zu verkaufen, um dann anderweitig zu investieren oder wie auch immer. Aber das ist ja etwas, was man oder was auch uns in unserem unternehmerischen Prozess sehr spannend war, weil klassischerweise geht man ja immer, okay, wie investiert man Geld, wie sorgt man für die Zukunft vor eine Steinimmobilie. Und kostet sehr, sehr viel Geld, dauert sehr lange, bis das alles zurückkommt, wenn man es dann über die Bank finanzieren muss und ein YouTube-Channel kann in viel, viel kürzerer Zeit, innerhalb von ein paar Jahren mit so viel weniger Invest das gleiche Wert sein wie eine Steinimmobilie. Und das ist natürlich, ja, also mindblowing quasi. Ja, ja.
SPEAKER_03Das ist wirklich offenbar ein Game Changer in diesem Markt, in dem Bewegtbildmarkt. Vielen Dank für diese interessanten Einblicke, Nell und Lisa, Gottlebe. Das war der Wirtschaft TV Talk für heute.
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